Eine gezielte tägliche Pflege, die überschüssigen Talg reguliert und klärend wirkt, kann die Pflege bei Akne sinnvoll unterstützen. Dabei sollten jedoch auch die weiteren Bedürfnisse zu Akne neigender Haut berücksichtigt werden.
WAS IST AKNE?
Akne entgegenzuwirken bedeutet auch, ihre Entstehung zu verstehen. Bei unreiner Haut mit Mitessern und Pickeln spielt häufig Talg eine wichtige Rolle. Dieses fettige Gemisch wird von den Talgdrüsen produziert. Besonders bei Jugendlichen kann die Talgproduktion durch eine verstärkte hormonelle Stimulation erhöht sein. In diesem Zusammenhang spricht man von Jugendakne.
Unreine Haut wird häufig als „seborrhoisch“, also fettig, bezeichnet. Allerdings entwickelt nicht jeder Mensch mit fettiger Haut auch Akne.
Überschüssiger Talg kann sich mit ebenfalls vermehrt vorhandenen Hornzellen der äußersten Hautschicht vermischen. Dadurch werden die Haarfollikel verstopft – die kleinen Kanäle, aus denen die Haare wachsen. Es entsteht eine Art Pfropf, der als Komedo beziehungsweise Mitesser bezeichnet wird. Dieser kann:
- offen sein und als schwarzer Mitesser erscheinen, wenn sein Inhalt mit Luft in Kontakt kommt;
- geschlossen sein und als weißlicher Mitesser erscheinen.
Im verstopften Follikel können sich Bakterien wie Cutibacterium acnes vermehren. Sie können zur Entzündung der Mitesser beitragen, wodurch Papeln und Pusteln entstehen, die im Alltag meist als Pickel bezeichnet werden.
Akne ist eine entzündliche Erkrankung der Haarfollikel und Talgdrüsen. Sie ist nicht ansteckend.
WAS SIND DIE URSACHEN VON AKNE?
Akne hat keine einzelne Ursache. Drei zusammenwirkende Faktoren spielen bei der Entzündung der Haarfollikel und Talgdrüsen eine wesentliche Rolle: eine übermäßige Talgproduktion, eine verstärkte Verhornung im Follikel und die Vermehrung von Bakterien, insbesondere Cutibacterium acnes.
Eine erhöhte Talgproduktion kann anlagebedingt sein oder mit der hormonellen Aktivität zusammenhängen.
Hormone regulieren die Funktion der Talgdrüsen. Besonders die sogenannten Androgene spielen dabei eine Rolle. Sie können auch die „Hyperkeratinisierung“ fördern, also eine vermehrte Bildung und Ansammlung von Hornzellen. Zusammen mit dem Talg können diese die Haarfollikel verstopfen und zur Entstehung von Mitessern beitragen.
Dies erklärt, weshalb Akne häufig während der Pubertät auftritt. Sie kann jedoch auch im Erwachsenenalter vorkommen, insbesondere bei Frauen. In diesem Fall spricht man von Spätakne.
Ungeeignete kosmetische Produkte können ebenfalls Hautunreinheiten begünstigen; dies wird als kosmetische Akne bezeichnet. Nach intensiver Sonnenexposition können akneähnliche Hautveränderungen auftreten, die als Mallorca-Akne bekannt sind. Auch Rosazea kann mit Papeln und Pusteln einhergehen, ist jedoch ein eigenständiges Hautbild.
WAS SIE ÜBER AKNE WISSEN SOLLTEN
Um die Haut angemessen zu pflegen, ist es hilfreich, einige wichtige Zusammenhänge zu kennen:
- Mitesser und Pickel nicht ausdrücken: Das Ausdrücken kann Entzündungen verstärken und Narben hinterlassen.
- Ernährung und Hautbild: Einzelne Lebensmittel verursachen nicht bei jedem Menschen automatisch Pickel. Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Akne ist komplex. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Hautgesundheit. Neuere Forschung beschäftigt sich zudem mit dem Einfluss der Darmmikrobiota auf das Wohlbefinden der Haut.
- Sonne heilt Akne nicht: Pickel scheinen in der Sonne manchmal auszutrocknen, doch die Verbesserung ist häufig nur vorübergehend. Sonnenexposition ohne geeigneten Schutz kann das Hautbild verschlechtern.
- Belastende Faktoren berücksichtigen: Rauchen und Stress können sich ungünstig auf das Hautbild auswirken und Hautunreinheiten begünstigen.
AKNE ENTGEGENWIRKEN: GEZIELTE PRODUKTE VERWENDEN
Akne kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein – von milden über mittelschwere bis hin zu sehr schweren Formen. Sie kann erheblich belasten, da sie häufig das Gesicht betrifft und damit einen besonders sichtbaren Körperbereich.
Bei ersten beziehungsweise milden Mitessern und Pickeln ist es sinnvoll, eine tägliche Pflegeroutine mit Produkten für zu Akne neigende Haut aufzubauen, statt auf ungeeignete Hausmittel zurückzugreifen.
Sind entzündliche Hautveränderungen weit verbreitet, ausgeprägt oder schmerzhaft, sollte eine dermatologische Beratung erfolgen. Je nach Hautzustand kann auch eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein.
SO PFLEGEN SIE ZU AKNE NEIGENDE HAUT IM ALLTAG
Speziell für zu Akne neigende Haut entwickelte Produkte können die tägliche Pflegeroutine sinnvoll ergänzen. Neben der Reinigung setzen entsprechende Formulierungen an mehreren Faktoren an:
- übermäßiger Talgproduktion;
- verstärkter Verhornung;
- bakterieller Vermehrung;
- Hautglanz und Rötungen.
Besonders wichtig ist die Auswahl milder Reinigungsprodukte mit talgregulierender Wirkung, die das Gleichgewicht der Hautmikrobiota unterstützen, ohne die Haut zu reizen oder übermäßig auszutrocknen.
Reinigungsprodukte mit Mikrogranulaten können durch einen sanften Peeling-Effekt abgestorbene Hornzellen entfernen und der Bildung von Mitessern entgegenwirken. Ob ein solches Produkt geeignet ist, hängt vom Hautzustand und der Verträglichkeit ab.
Die Reinigung morgens und abends sollte durch eine passende Pflege ergänzt werden. Diese wird entsprechend dem Hautzustand, der Ausprägung der Unreinheiten und einer gegebenenfalls dermatologisch verordneten medikamentösen Behandlung ausgewählt.
Für die tägliche Pflege in der Erhaltungsphase eignen sich Produkte mit talgregulierenden, keratolytischen und ausgleichenden Eigenschaften. Gezielte äußerliche Anwendungen können Wirkstoffe wie Azelainsäure enthalten, die an mehreren für Akne relevanten Faktoren ansetzen.
Wer eine medikamentöse Aknebehandlung oder dermatologische Anwendungen wie Laserbehandlungen und Peelings erhält, benötigt häufig eine ergänzende Feuchtigkeitspflege. Solche Behandlungen können starke Hauttrockenheit und Schuppung verursachen.
